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Es handelt sich hierbei um eine Verformung des Hüftgelenkes. Sie kommt häufig
bei großen und sehr großen Rassen vor. Der raue Oberschenkelkopf sitzt nicht
richtig in der Gelenkspfanne des Beckens. Schließlich nutzt sich der Knorpel des
Oberschenkelkopfes an den unebenen Rändern des Hüftgelenkes ab und es entsteht
eine schmerzhafte Entzündung (Arthritis). Je nach Ausmaß der röntgenologisch
erkennbaren Veränderungen wird eine Einteilung in verschiedene Schweregrade
vorgenommen. Diese sind Normal (A) für in
jeder Hinsicht unauffällige Gelenke mit einem NORBERG- Winkel von
105° oder mehr,
Fast normal, Übergang oder HD-Verdacht (B)
bei geringen Veränderungen in Kopf oder Pfanne und einem NORBERG- Winkel von mindestens 100°.
Etwas deutlichere Abweichungen finden sich bei leicht
(C), außerdem Inkongruenz und evtl. ein divergierender Gelenkspalt.
Der NORBERG- Winkel liegt um die 100°. Bei mittlerer HD (D) bestehen schon
gravierende Veränderungen mit arthritischen Zubildungen. Der NORBERG- Winkel
liegt zwischen 90° und 100°. Bei schwerer HD (E)
schließlich ist das gesamte Gelenk stark verändert. Es kann eine vollständige
Luxierung vorliegen, auf den ersten Blick erkennt man die arthritischen
Veränderungen und der NORBERG- Winkel liegt unter 90°.
Die Röntgenaufnahme ist also das wichtigste Mittel zur Diagnose einer
vorliegenden HD. Daher fordert der Verband von Züchtern entsprechender Rassen
eine Röntgenuntersuchung der Zuchthunde. Die Röntgenaufnahme sollte um den 18. Lebensmonat des Hundes erfolgen.
Wichtige Fragen und Antworten zur Hüftdysplasie
Gibt es eine Garantie, dass Nachkommen von HD- freien Hunden
mit Sicherheit keine HD haben?
Nein, eine absolute Garantie gibt es nicht. Die Erbganganalyse zeigt nur,
dass HD- freie Tiere weitaus mehr HD- freie Nachkommen haben als andere Hunde.

Hat die Behandlung eines Hundes mit übergroßen Mengen Vitamin
C, Hüttenkäse (Eiweiße), Calcium oder anderen "Hausmitteln" eine vorbeugende
oder heilende Wirkung?
Nein. Zahlreiche diätetische Ergänzungsmittel, z.B. Megadosen Vitamin C,
Selenium- Ergänzung u. a. wirken nicht vorbeugend oder heilend. Keine dieser
Maßnahmen hat wissenschaftlich ihre Wirksamkeit bewiesen. Im Gegenteil:
Übergroße Mengen einer Substanz sind in der Regel immer für den Hund schädigend.

Können medizinische Maßnahmen Schmerzen lindern und es dem
Hund ermöglichen, ein weitgehend beschwerdefreies Leben zu leben?
Ja. Behandlung zur Schmerzbekämpfung und Funktionsverbesserung beinhalten die
Gabe von Medikamenten, die auch bei anderen degenerativen Knochenerkrankungen
zum Einsatz kommen. Chirurgische Maßnahmen mit Entfernung des Gelenkkopfes, die
Durchtrennung bestimmter Muskeln oder Gelenkersatz können bei zahlreichen Hunden
schmerzlindernd sein und die Funktion deutlich verbessern.

Hat ein Hund, wenn seine Röntgenaufnahmen eine schwere HD
belegen, immer offensichtliche Beschwerden, Gangveränderungen oder Schmerzen?
Nein. Zwischen den Befunden beim Röntgen und den Beschwerden gibt es
eigenartigerweise nur wenig Beziehung. Beispielsweise kann ein Hund mit nur
geringen radiologischen Veränderungen schwer verkrüppelt sein oder umgekehrt.

Wird ein Hund garantiert keine HD bekommen, wenn er in den
ersten zwei Lebensjahren in seiner körperlichen Aktivität stark gehemmt
wird?
Umwelteinflüsse schließen alle äußeren Faktoren ein, die die Entwicklung der
Gelenke beeinflussen können. Hierzu gehört die Gesundheit des Fetus während der
Schwangerschaft, die Ernährung, Krankheiten, Verletzungen, Chemikalien und
andere Giftstoffe, etc. Obwohl kein Umweltfaktor selber Ursache der HD ist,
können viele Umweltfaktoren die Ausprägung des Beschwerdebildes beeinflussen.
Eine Garantie, dass ein Hund mit HD- Anlage keine Beschwerden bekommt, gift es
nicht.

Welche Rolle spielt die Ernährung bei der Vorbeugung und
Behandlung der HD?
Kein Umweltfaktor kann die erbliche Anlage zur HD ändern, also auch nicht die
Ernährung. Aber: Eine artgerechte Ernährung mit einer qualitativ hochwertigen
Vollnahrung stellt die Optimierung des wichtigsten Umweltfaktors dar, der die HD
im zeitlichen Verlauf und im Grad der Ausprägung beeinflussen kann. Große
Bedeutung hat eine restriktive Fütterung in der Wachstumsphase!

Seit vielen Jahren züchte ich schon
Hunde. Nie bekamen sie irgendwelche HD- Beschwerden. Auch die Röntgenbilder
waren immer unauffällig. Wie kann es sein, dass ich jetzt plötzlich Tiere mit HD
habe?"
Die Frage zeigt das Drama mit der HD: Auch von phänotypisch HD- freien Tieren
(d. h. ohne individuelle Beschwerden und mit normalem Röntgenbefund) kann die
HD- Anlage weitervererbt werden. Das Risiko dieser Situation kann durch die
Nachkommen- Prüfung und -Selektion deutlich verringert werden.

Artikel aus " Hunde- Journal" 3/98
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